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Chronik 1992

 Und wieder ist ein Jahr vorüber, gespickt mit vielen besonderen Ereignissen, die vom Chronisten in Kurzform niedergeschrieben wurden.

Wie schon im Vorjahr befürchtet, tobt der Bürgerkrieg, im ehemaligen Jugoslawien, mit unvorstellbarer Grausamkeit weiter. Alle UNO-Sanktionen haben nicht den erwünschten Erfolg. Zum Jahresende droht das Eingreifen der Weltmächte.....

Auch der Bürgerkrieg in Somalia nimmt keine Ende. Das Leidern der Zivilbevölkerung, Hunger, Mord und Vergewaltigung sind an der Tagesordnung, ist unermesslich. Um Zumindest die Hungerhilfe wirksam werden zu lassen, beschließt die UNO den Truppeneinsatz.

Aber nicht nur negative Schlagzeilen beherrschten das Jahr 1992. Wer weiß noch, daß sich die USA und die GUS, in der atomaren Abrüstung immer näher kommen, oder daß ein Umdenken in Südafrika erfolgte, denn das Ende der Apartheid steht bevor, nach vielen Jahren der Unterdrückung der Schwarzen. Bei der mit Spannung erwarteten Präsidentschaftswahlen in den USA geht Bill Clinton als haushoher Sieger gegen Georg Bush hervor, was kann dieser neuer Präsident in der Welt verändern ?

Die Deutschlandpolitik wurde von 2 Themen beherrscht, die Asylantenfrage und wie und mit welchen Steuererhöhungen kann die deutsche Einheit tatsächlich finanziert werden. Die Asylantenflut brachte Städte und Gemeinden an den Rand der Leistungsfähigkeit. Rechtsextreme Gruppen ließen durch Krawalle in Hoyerswerda und Rostock die Auslandsmedien, die braune Gefahr heraufbeschwören. 3 Tote in einem Ausländerheim waren die erschreckende Bilanz in diesen Tagen. Wie sehr die Mitbürger mit der verfolgten Politik einverstanden waren, zeigten die Wahlen in Baden Württemberg und in Schleswig Holstein, denn die CDU und auch die SPD verloren ihre absoluten Mehrheiten, die Rechtsextremen legten empfindlich zu. Zum Jahresende einigten sich alle Parteien auf ein neues Asylgesetz. Erfreulicherweise demonstrierten in ganz Deutschland Mitbürger gegen Ausländerfeindlichkeit, allein in Berlin über 350.000.

Bald täglich erschienen neue Meldungen übermögliche Steuererhöhungen. Der Einfallsreichtum mancher Politiker, neue Steuerarten zu erfinden, war schon abenteuerlich. Schwarzmalereien und ständiges Ankündigen und Dementieren von Steuererhöhungen wirkten sich natürlich negativ auf die Konjunktur aus, wie immer zuerst bei der Autoindustrie, wir alle wissen, welchen Einfluss dieser Industriezweig auf die Gesamtwirtschaft hat.

Wir werden wohl in Zukunft den Gürtel etwas enger schnallen müssen....

Im Laufe des Jahres traten die Minister, Stoltenberg, Genscher und Schwarz-Schilling von ihren Ämtern zurück, letzterer im offenen Streit mit dem Bundeskanzler. Ist es ein Wunder, Daß das Wort " Politikverdrossenheit" zum Schlagwort des Jahres wird? Vergessen wir auch nicht, daß Erich Honecker nach  17 Monaten Flucht ins Gefängnis Moabit eingeliefert wurde, der Prozeß dauert noch an, oder daß die Raketenfeuer in Peenemünde gottlob abgesagt wurde oder Gerd Bastian erst Petra Kelly und dann sich selbst erschoß.

Von den politischen nun zu den sportlichen Höhepunkten des Jahres, die gekennzeichnet waren durch die olympischen Winter und Sommerspiele, bei diesen Ereignissen gehörten die deutsche Mannschaften zu den Erfolgreichsten. Durch Dopingverdacht wurden die Sportlerinnen Krabbe, Breuer und Möller gesperrt, Jörg Roßkopf wurde Tischtennis - Europameister, eine einmalige Leistung kann der Düsseldorfer EG zugeschrieben werden, denn sie feierte den Meisterschafts- - Hattrick, Werder Bremen wurde verdienter Europapokalsieger, in einem ungemein spannenden Endkampf holte sich der VFB Stuttgart in der letzten Spielminute den Titel des deutschen Fußballmeisters, der 2. Ligist Hannover 96 wurde sensationell gegen Borussia Mönchengladbach deutscher Pokalsieger, die Dänen schlugen Weltmeister Deutschland verdien mit 2-0 Toren im Endspiel der Europameisterschaft. Prominente Sportler wie, Boxer Peter Müller, Trainer Ernst Happel, Reiter Josef Neckermann und DFB - Chef Hermann Neuberger verließen die sportliche Bühne des Lebens, für immer.

Daß wir keinen Einfluß auf Naturgewalten haben zeigten uns die Schreckensmeldungen wie: Hurrikan Andrew richtet in Florida Schaden von über 30 Milliarden DM an; Erdbeben in der Türkei fordert über 4000 Tote, der wiederum aktive Vulkan Ätna trotzt allen Versuchen mit Bomben und Barrieren den Lavastrom zu stoppen, vergessen wir auch nicht die 450 Toten und über 10.000 Verletzten bei einem Erdbeben in Kairo, Glück hatten wir in Deutschland, denn das leichte Erdbeben richtete keinen Personenschaden an.

Zahlreiche Unglücksfälle, insbesondere im Flugverkehr, forderten auf der ganzen Welt unzählige Tote.

Zu den prominenten Verstorbenen gehörten die Schauspielerin Marlene Dietrich, Komiker Benny Hill, die Politiker Hubert Doppmeier Heinz Kühn, Alexander Dubcek der Begründer des Prager Frühlings und der ehemalige Bundeskanzler und Friedensnobelpreisträger Willy Brandt. Nicht zu vergessen auch den Geistlichen Pater Leppich, vielen als Maschinengewehr Gottes bekannt.

Beim Streik im öffentlichen Dienst wurde Ahden zur Drehscheibe für mehr als 1900 Touristen pro Tag. Die Diskussionen um einen 2. Regionalflughafen konnte Ahden um Längen für sich entscheiden, zwischenzeitlich wurde Richtfest im neuen Abfertigungsgebäude gefeiert. Die Sportlerehrungen der Stadt Büren fand in der Hellweghalle statt. Unter Mitwirkung des BSV, des Tambourcorps, der Minigruppe und des Volkstanzkreises eine gelungene Veranstaltung. Das Sportheim des BSV geht langsam der Vollendung entgegen, vergessen wir aber nicht den schweren Unfall von Bernd Pfeiffer, der gottlob relativ glimpflich ausging. Das Sportfest des BSV fand mit der ersten Dorfmeisterschaft aller Ahdener Vereine statt. Mit ständigern Kühlungen, hauptsächlich Krombacher, fanden ausgezeichnete Spiele statt. Als verdienter Sieger aus dem Turnier ging die Mannschaft des Angelvereins hervor. Der Chronist glaubt allerdings nicht den bösen Zungen, die da behaupten, daß Rainer Fischer den Siegerpokal wochenlang im Bett behütet habe. Im sportlichen Bereich darf auch nicht unerwähnt bleiben, daß die Alten Herren des BSV sich wieder fest etabliert haben, mittlerweile steigt diese Abteilung auf das 100ste Mitglied zu. Auch liegt für die geplante Tennisanlage inzwischen die Genehmigung vor. Gut zu Fuß müssen alle durstigen Kehlen aus dem Winkelfeld sein, den die Gaststätte Ruthmann schloß, für alle unerwartet, für immer die Pforten. Feiern war für alle Pflichtübung die am Schnatgang, organisiert durch die Feuerwehr teilnahmen.

Was geballter Bürgerwille möglich macht, zeigten tausende von Mitbürgern des Kreises, die durch Unterschriften und Protestmärsche die geplante Giftmülldeponie im Kneblinghäuser - Wald zu Fall brachten. Ein sieg der Demokratie ! Auch muß an dieser Stelle erwähnt werden, daß in Dörenhagen niemand Schützenkönig werden wollte und daß in Bentfeld der König, mit Brief und Telefondrohungen eingeschüchtert, seine Königswürde zurückgab. Organisiert durch Dorfrat und Schützenverein fand unter Teilnahme aller Ahdener Vereine, nach langen Jahren wieder, das Erntedankfest mit einem Umzug statt. Nicht nur der Wettergott, sondern alle Teilnehmer hatten keine Mühen gescheut, Wagen und Fußgruppen wunderschön herzurichten, sodaß den Zuschauern hervorragendes geboten wurde. Da vom Natubund Ahden kostenlos Porzellan zur Verfügung gestellt wird, kann in zukunft zu allen Anlässen auf Papp-Teller usw. verzichtet werden. Beim Tambourcorps und bei der Feuerwehr stellten die verdienten 1. Vorsitzenden Konrad Müller und Wilfried Locker ihre Ämter zu Verfügung. Ganz Ahden darf auf diese Männer, die in der Vergangenheit sehr viel für Ahden geleistet haben, stolz sein.

Und nun zu unserem Schützenverein. Im vergangenden Jahr konnten wir 5 neue Mitglieder in unseren Verein aufnehmen, leider mußten wir uns von einigen verdienten Mitgliedern für immer verabschieden ,dieses waren August Fischer, Paul Vogt, Johannes Koch, Heinrich Danne und Werner Kokoschke.

Das Schützenjahr begann mit der Besichtigung der Krombacher Brauerei. Alle Teilnehmer zeigten, und das schon auf der Hinfahrt, was die Krombacher an durstigen Kehlen zu erwarten hatte. Hier darf ich feststellen, die Erwartungen wurden voll erfüllt. Zur Generalversammlung fanden sich 108 Schützen ein, die eine harmonische Versammlung erlebten. Das Preisschießen war auch in diesem Jahr ein Erfolg, den Wanderpokal gewann, wie im Vorjahr, Franz Josef Ebers. Das im Schützenverein nicht nur gefeiert wird, konnte jeder feststellen, der die Vorstandsmitglieder und einige wenige Schützen, bei den erheblichen Pflasterarbeiten an der Klus Kapelle und an der Halle gesehen hat. Weiterhin wurde die Vogelstange neu installiert und auf den technisch neusten Stand gebracht, auch die Pflege des Ehrenmals wurde nicht vernachlässigt. Der traditionelle Maiball rundete das 1. Halbjahr ab.

Und schon nahte das Schützenfest. Gut organisiert durch das Königspaar Eberhard Meier und Beate Buchheim sowie dem Schützenvorstand erlebte das Fest am Samstag und Sonntag die ersten Höhepunkte. Mit Gästen aus nah und Fern verlebten wir zwei herrliche Festtage. Eine Ehrung, die nicht oft vorkommt, konnten wir am Sonntag erleben. Maria Schweins, vor 70 Jahren Königin in Ahden, feierte dieses seltene Jubiläum, zusammen mit den Jubelkönigspaaren Johannes Hegers, Hedwig Hegers sowie Rudi Grewe und Resi Finke, wobei Rudi Grewe nicht anwesend war.

Doch schon nahte der Montag, ein neuer König mußte ermittelt werden. Da bei  Dauerregen ein richtiges Ausmarschieren nicht möglich war, der 2. Zug sah das anders, kam das Königspaar und Hofstaat mit dem Bus um den Ehrenschuß abzugeben. Nach den obligatorischen Ehrenschüssen ging es schnell zur Sache und die Insignien wurden dem Vogel entrissen. Die Krone errang Reinold Schmidt, den Apfel Michael Bornemann. Zepter Guido Wüstner, einen Flügel Klaus Ellermann und einen Flügel und Kranz konnte Manfred Lüke sein Eigen nennen. Der Dauerregen hielt einige Konkurrenten nicht davon ab um die Königswürde zu kämpfen. Gegen 13 Uhr war es dann soweit, der Rest fiel von der Stange. Der neue König hieß Karl-Heinz Meyer, der seine Ehefrau Angelika zu seiner Königin erwählte. Noch während sich der neue Hofstaat formierte wurde der Holschenkönig ermittelt. Nach dem 147. Schuß stand Thomas Finke fest. Die beiden Königspaare samt Hofstaat hatten keine Mühe die vollbesetzte Halle zum Kochen zu bringen. Noch bis in den frühen Dienstag Morgen hinein ertönte das inzwischen vertraute Heja Heja, Heja-Heja.......

Doch auch der Rest des Jahres war mit Festen gut ausgebucht. Zum Kreisschützenfest fuhren das alte Königspaar, Hofstaat und Vorstand nach Boke. Leider gelang es Eberhard Meier nicht Kreiskönig zu werden, aber das tut der guten Stimmung keinen Abbruch. der neue Kreiskönig kommt in diesem Jahr aus Siddinghausen, sodaß im nächsten Jahr der neue Kreiskönig, nicht aus Ahden sein kann.

Der Abschluß des Schützenjahres bildete der Herbstball in Salzkotten, und zum Erntedank die Schützenrechnung.

Nun stehen wir kurz vor Ende des Jahres 1992. Der Chronist hat wieder einmal das vergangene Jahr in Stichworten zusammengefasst. Er schaut mit Hoffnung und Zuversicht auf das neue Jahr, daß es all unsere Wünsche, bei bester Gesundheit, erfüllen möge.

Im Dezember 1992

Chronist

Karl Heinz Meyer

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