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CHRONIK   1979

Für viele Menschen war das Jahr 79 ein Jahr der Superlative. Experten glauben, daß es der Menschheit nicht besser gehen kann und begründen dieses mit Streitereien und Querelen, die in allen Sparten des öffentlichen Lebens – in kleinen Bereich wie in größeren Bereich – internen und externen zu beobachten waren. Die nachfolgende Chronik beweist, daß diese These gar nicht so absurd ist.

AUSSENPOLITIK:

Nach 30 Jahren Krieg Friedensvertrag von Israel und Ägypten in Washington unterzeichnet. Schwere Unruhen im Iran. Der Schah verlässt das Land. Schiitenführer Khomeni bleibt Sieger im Machtkampf mit den Anhängern der Schahs. Nach 15 Jahren Exil übernimmt er die Macht, ruft die islamische Republik aus und rüstet zum hl. Krieg gegen die USA. Der Höhepunkt ist die Billigung der Geiselnahme amerikanischer Botschaftsangehöriger, um die Herausgabe der Schahs zu erzwingen. Erste Auswirkung der Iran-Krise: Künstliche Ölverknappung ermutigt die OPEC-Staaten, eine 9%ige Steigerung durchzusetzten. Die Auswirkungen sind fatal. Der Gaukler Rußland wird scheinbar zur Entspannung beitragen. Er sieht ein geringes Potential an Soldaten mit Waffen aus der DDR ab und besetzt überfallartig über Nacht, dazu an den heiligen Weihnachtstagen des Landes, Afganistan mit dem Ziel: „ Zugang zum indischen Ozean, Kontrolle und Besetzung der wichtigen Ölvorkommen“, Traum des Zaren. Die Brechnew Doktrie besagt: Hilfe dem Land sofort zu gewähren, dessen Sozialisten um Beistand zu ersuchen, auch wenn diese eine Minderheit sind.

„ DER WELTFRIEDE STEHT VOR EINER ZERREIßPROBE  ! “

INNENPOLITIK:

Ölkrise auch in Deutschland, der Benzinpreis klettert erstmalig auf über ein DM, das Heizöl steigt um 100 % auf  -,60 DM pro Ltr. Alternativen bieten sich an, sind aber noch nicht ausgereift. Kältekatastrophe in Norddeutschland, 17 Tote………

Carl Carstens wird in Bonn zum neuen Bundespräsidenten gewählt. Arbeitslosenzahl hat seinen tiefsten Stand seit 5 Jahren……..

Peter Frankenfeld und Carlo Schmid, zwei Bekannte aus dem öffentlichen Leben sind gestorben.

Sport:

Ein Orkan fordert viele tote und Verletzte bei einer Segelregatta, dem Admiralscap.  Gerd Müller, erfolgreicher Fußball – Torschütze, zieht es in die USA, Mohammed Ali, bester Boxer aller Zeiten, tritt ab. Helmut Schön, erfolgreicher Nachfolger Herbergers, tritt sein Amt ab an Jupp Derwall. Borussia Mönchengladbach krönt eine Serie großer Erfolge mit dem Gewinn der Fußball – UEFA Pokals. Deutscher Meister : Hamburger Sportverein

Unser hiesiger Sportverein ist anscheinend aus der Talsohle heraus. Großartiges Teamwork erbrachte den zweiten Platz zur Halbzeit.

KOMMUNALES:

Paderborn: Die Großstadt von Morgen? Neue Industriezweige, dazu das Weltunternehmen Nixdorf bestätigen das. Das größte Einkaufszentrum  Ostfestwestfalens neben Bielefeld wird zudem jedes Jahr von bedeutsamen Politikern und Schauspielern besucht.  

Der Ausbau des Regionalflughafens in unserem Ort unterstreicht einmal mehr die Wichtigkeit unserer Region zum Anschluß an das Ruhrgebiet und an die Rhein-Main Metropole.

In unserem Ort selbst wurde in Eigeninitiative eine Schutzhütte gebaut. Ein nachahmenswertes Beispiel so gesehen beim neuen Sportplatzbau mit Schutzhütte. Uneigennützig wurde diese Anlage geschaffen von leider viel zu wenigen Idealisten. Soll aber der Sport gerade in einer kleinen Gemeinde erfolgreich weitergeführt werden. So bedarf es doch zumindest einer Mehrleistung aller Mitglieder. Unsere Kinder werden es uns vielleicht einmal danken.

VEREINSWESEN:

Das Patronatsfest Fabian mit der Generalversammlung eröffnete den Reigen der vereinsinternen Veranstaltungen. Drei weitere Versammlungen mit vier Vorstandsitzungen waren erforderlich, um das Schützenfest, Winterball, Schützenrechnung, Kreisschützenfest und Königsball gelingen zu lassen. Vier Neueintragungen waren fünf Todesfälle gegenüberzustellen. Abgerufen wurden: Josef Heinrich Hüser – Alfons Ruffing – Johannes Austen – Werner Michels – Bernhard Schweins.  12.450,- DM für die Schänke. Es dauerte nicht lange, um den Zuschlag Herrn Ludwig aus Wewer zuzusprechen.

Das erste öffentliche Fest des Vereins, der Winterball, entwickelt sich zum Sorgenkind des Vereins. Sollte er in Zukunft nicht besser besucht werden, muß sich der Verein zu einem schwerwiegenden Entschluß durchringen. Die Nebenkosten stehen in keinerlei Relation zum Ausgleich, geschweige dem Nutzen des Vereins. Anders das Hauptfest, unser Schützenfest. Weder Wind noch Wetter können der Stimmung Abbruch anlasten. Tage vorher ist schon die Geschäftigkeit in allen Straßen zu beobachten. Groß und klein tragen zum Gelingen bei. So auch in diesem Jahr. König Helmut Weikert mit Gefolge trotze dem nicht gerade schönen Wetter und die Stimmung läßt auch nicht lange auf sich warten. Zwei Tage vergingen wie im Fluge. Die Kinder hatten ihre helle Freude, Bonbons und Freifahrten entlasteten ihr Gelddepot. Der Montagmorgen nahte. Das Schützenfrühstück beseitigte manchen Kater und füllte manchen Alkoholstand wieder auf Normalmaß.

Der Schützenvogel hatte seinen angestammten Platz eingenommen. Die Ehrenschüsse konnten ihm wenig anhaben. Über 110 Schüsse waren abgefeuert. Diesem Geplänkel bereitete Heinz-Rolf Kemper ein schnelles Ende. Das ihm dabei die Königskrone mit auf den Kopf fiel, störte ihm wenig. Ehefrau Lilo wurde informiert, Verwandte und Bekannte waren schnell zur Stelle, der König mit Gefolge stand fest. In den Analen des Vereins trugen sich ferner ein:

Zepterprinz:      Heinrich; Meier

Apfelprinz:         Füllgräbe; Klaus

1.       Holschenkönig:  Egon; Huth

2.       Holschenkönig: Ulrich; Baum

Ein stimmungsvoller Ausklang ließ manchen dieses Fest nicht so schnell vergessen. Die große Abrechnung, Schützenrechnung, ließ alle Würdenträger zur Kasse bitten, 10 Biermarken konnten von jedem Mitglied dafür in Empfang genommen werden. Eine Farce das Kreisschützenfest. Wolkenbruchartige Regenfälle ließen den Ausmarsch platzen, ein schnelles Schießen ermittelte Holsen als nächsten Ausrichter dieses Festes. Hoffentlich bei besserem Wetter. Der Kreiskönigsball, dieses mal in Wünnenberg, zeigte noch einmal zum Abschluß des Jahres alle Majestäten mit Hofstaat in prachtvollen Bild.

Um den Martinszug nicht zu gefährden, mußte sich der Verein etwas einfallen lassen, da alle Spenden gestrichen waren. Als zweiter Ausrichter neben der Feuerwehr war dieses möglich. Stutenkerle und Süßigkeiten wurden von beiden Vereinen bestritten. Zum gelingen des Altentages trägt nun der Schützenverein seit einigen Jahren bei. Diese finanzielle Unterstützung ist auch für die Zukunft gesichert.

Für die Weihnachtliche Einstimmung sorgte die Brenkener Blaskapelle. Ein gutes Jahr neigte sich dem Ende, doch nicht zuletzt mit der Feststellung: „ Nur gemeinsam lassen sich große Ziele bewilligen!“

SOLIDARITÄT IST NICHT ALLES; ABER OHNE SOLIDARITÄT IST ALLES NICHTS, und das gerade in einem Verein!“

AUFGESTELLT: (Schriftführer)                   OBERST: Schmidt, Jos.                   HAUPTMANN: Ebers

Manfred Schmidt

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