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Die Entwicklung des Tambourcorps Ahden von 1960 bis zur Gegenwart

Schützenfest 1963

Die Instandhaltung, Erneuerung und Neuanschaffung der vereinseigenen Uniformen und Instrumente machten zu jeder Zeit den größten Teil der Vereinsausgaben aus und wären ohne gelegentliche Zuschüsse von Seiten der Stadt oder des Ahdener Schützenvereins gar nicht zu leisten gewesen. Im Protokoll von der Generalversammlung des Schützenvereins aus dem Jahre 1964 ist deshalb zu lesen.

Das hiesige Tambourcorps muß 10 neue Uniformen beschaffen zu einem Preis von 900 DM. Es wurde deshalb beschloßen, zu dieser Anschaffung 400 DM beizusteuern.

 

Schützenfest 1963

Für jene, denen die genannten Summen hoch erscheinen, seien an dieser Stelle einmal einige Preise von Instrumenten und Uniformen aufgeführt. So kostete 1954 eine Trommel mit Adler noch 78 DM, eine Querflöte 8 DM, ein Trommelfell 1959 14,50 DM, ein Paar Trommelstöcke 5 DM, und eine nach Maß gefertigte Uniform 1963 78 DM. 1972 verlangte man für eine Flöte schon 28 DM und für eine Jacke 120 DM, 1975 für eine Trommel 100 DM und im Jahre 1978 allein für die Schweife an der Lyra 88,20 DM. Heute bezahlt der Verein für eine Soprantrommelflöte 52,50 DM, für eine Lyra 1200 DM, für eine Trommel 275 DM, für eine Marschpauke 540 DM, für Marschbecken 335 DM und für eine Uniformjacke stolze 250 DM. Daß das Budget des Tambourcorps schon damals neben den normal anfallenden Kosten keine außergewöhnlichen Belastungen zuließ und größere Investitionen, wie sie in den 60er Jahren bei der Anschaffung der jeweils mehrere hundert Mark teueren Lyren auf den Verein zukamen, deshalb auf andere Weise finanziert werden mußten, ist nach der Auflistung der Preise wohl für jeden nachvollziehbar. Bevor man sich im Corps jedoch 1963 um die Finanzierung und den Kauf der ersten Lyra kümmerte, stand vorher als weiteres großes Ereignis im Dorf Ahden im Jahre 1962 das 125-jährige Jubelfest des Schützenvereins an.

Unter der Regentschaft von Johannes Behler, dem Gründer und ersten Tambourmajor unseres Vereins, führte das Tambourcorps Ahden zusammen mit dem Musikverein Brenken den Festzug durch die Gemeinde an, an dem neben den Fahnen- und Schützenabordnungen aus Brenken und Wewelsburg und zahlreichen ehemaligen Schützenkönigen auch der Landrat und Kreisschützenoberst Wilper sowie Kreisheimatpfleger Wilhelmi als Ehrenmitglieder teilnahmen. Besaß schon der Jubelkönig des Jahres 1962 aus vorgenannten Gründen enge Beziehungen zum Tambourcorps, so noch mehr sein Nachfolger Hermann Kemper. Beim Vogelschießen im Pasenholz (die Vogelstange war 1958 vom Dahl ins Pasenholz verlegt worden) hatte er die neue Königswürde errungen und führte als langjähriges Mitglied des Ahdener Tambourcorps zusammen mit seiner Frau Hilde montags das Schützenvolk an.

Hermann Kemper, Schützenkönig, Schützenfestmontag 1962

Nachdem die Mitglieder des Tambourcorps auch das Jubelfest 1962 erfolgreich hinter sich gebracht hatten (immerhin war aus ihren Reihen der neue König hervorgegangen), entschloß man sich, nun den Kauf einer Lyra in Angriff zu nehmen. Um diese recht teuere Anschaffung finanzieren zu können, organisierte der Verein im Sommer 1963 ein 'Waldfest', welches nicht nur das für diese Investition notwendige Geld einbrachte, sondern gleichzeitig auch zur Stärkung der Vereins- und Dorfgemeinschaft beitrug und dabei vor allem die Ahdener Kinder erfreute. Lange vor den heute üblichen 'Kinderfesten', wie sie auch das Tambourcorps in Ahden seit 1975 regelmäßig durchführt, fand im Rahmen dieses vom Verein veranstalteten Waldfestes ein Familiennachmittag statt, wie man ihn sich schöner nicht vorstellen kann. Bei herrlichstem Sonnenwetter wurden schon samstags Bänke von der Ahdener Schützenhalle in einer wunderschönen Natur- und Waldkulisse auf dem Moosbruch auf- und zu ihrer nächtlichen Bewachung eigens einige junge Mitglieder des Tambourcorps abgestellt.

Am Sonntag nachmittag ging es dann mit Musik und Spaß per Trecker und Wagen im fröhlichen Zug vom Dorf zu dem Festplatz, auf dem man außer Speisen und Getränken auch zahlreiche Belustigungen für die Kinder vorbereitet hatte. Eine Kletterstange mit Süßigkeiten verlockte die Kinder ebenso wie 'Sackhüpfen' und 'Eierlaufen'. 50 Eier stehen für diesen Nachmittag auf der Rechnung des Tambourcorps. Da das auf dem Waldfest ausgeschenkte Bier sämtlich auf Spenden zurückging, war das Fest, das allen Beteiligten noch in bester Erinnerung ist, auch in finanzieller Hinsicht ein voller Erfolg. Aus seinen Einkünften erwarb das Tambourcorps nicht nur die erste, von Johannes Kleinschnittger gespielte Lyra für 577 DM, sondern begann - dadurch ermutigt - zwei Jahre später mit einer neuen Spendenaktion, die 1967 zum Kauf einer zweiten Lyra für Herbert Kemper führte. Mit diesen Anschaffungen war nun auch die instrumentale Besetzung des Ahdener Tambourcorps vollständig, nachdem dieses - personell durch zahlreiche Neuzugänge verstärkt - mit der Verabschiedung der Statuten 1964 die letzte Lücke in seiner Vereinsorganisation geschlossen hatte. Die in jenem Jahr verabschiedeten Richtlinien für das Tambourcorps Ahden, die 1981 um einige Bestimmungen für die aktiven Mitglieder erweitert worden sind, gelten ungeachtet der Tatsache, daß der Verein seit diesem Jahr als eine selbständige Abteilung des Ahdener Schützenvereins geführt wird, bis auf den heutigen Tag.

Johannes Hegers, Schützenkönig, Schützenfestmontag 1966

Nachdem im Jahre 1965 der Musikverein Brenken, der seit 1956 ununterbrochen Festkapelle gewesen war, seine Zusage zum Ahdener Schützenfest zurückgezogen hatte, begleitete das Ahdener Tambourcorps bis einschließlich 1967 mit der Blasmusikkapelle aus Upsprunge das jährliche Heimatfest. Mit ihr zusammen spielte es auch zum ersten Mal in seiner Geschichte den Zapfenstreich (Hermann Kemper und Konrad Müller Flöte, Wilfried Locker Trommel). Im Protokoll des Schützenvereins ist über das Schützenfest von 1965 zu lesen:

Das diesjährige Schützenfest wurde gefeiert am 26./27. und 28. Juni. Eingeleitet wurde das Fest am Samstagabend durch einen Zapfenstreich. Zum ersten Mal wurde bei dieser Gelegenheit der große Zapfenstreich von dem hiesigen Tambourcorps und der Upsprunger Musikkapelle am Ehrenmal gespielt. Anschließend Frohsinn und Tanz bis zum Ablauf der Polizeistunde.

Ebenfalls in die kurze Ära des Upsprunger Musikvereins fällt das erste Schützenfrühstück, das 100 Schützen und das Tambourcorps 1966 erstmals am Schützenfestmontag vor dem Antreten zum Vogelschießen erhielten.

Musikalischer Höhepunkt war für das Tambourcorps Ahden auch in den 60er Jahren unbestritten das 40-jährige Musikerfest, das am 12. Mai 1968 gefeiert wurde. - Aus dem Jahr 1968 vermerkt die Gemeindechronik als weiterhin Erwähnenswertes die Schulreform, die mit Beginn des neuen Schuljahres, am 7. August, das Ende der alten Volksschule und ihre Trennung in Grund- und Hauptschule bedeutete, sowie die Lage der Landwirtschaft, die erstaunliche Parallelen zur Gegenwart aufweist:

Unsere Landwirte konnten in diesem Jahr eine Rekordernte verzeichnen. Ein erfreuliches Ereignis, gewiß, wenn nicht infolge der allgemeinen Überproduktion innerhalb der EWG gerade die deutschen Bauern rückläufige Preise und Gewinne zu spüren bekämen.

40-jähriges Jubelfest des Tambourcorps Ahden, 12.05.1968

Doch zurück zum Tambourcorps.
Über den Ablauf des Jubiläums, an dem neben dem Bürener Fanfarenzug 'Prinz Regent', den Musikkapellen Brenken und Siddinghausen, den Tambourcorps Brenken, Geseke, Haaren, Hövelriege, Oberntudorf, Steinhausen, Wewer, Wewelsburg und dem Schützenverein Ahden als besonderer Gast der Spielmannszug aus Dortmund-Holzwickede teilnahm, geben uns der Jahresbericht des Tambourcorps von 1968 sowie ein ausführlicher Artikel der Neuen Westfälischen Auskunft. Das Jahresprotokoll von 1968 berichtet darüber folgendes:

Der 12. Mai begann mit folgendem Auftakt, 5 Uhr Wecken, das von unserem Tambourcorps durchgeführt wurde. Um 10 Uhr war Festgottesdienst, hiernach fand die Gefallenenehrung und Kranzniederlegung statt. Tambourmajor Hegers begrüßte alle Anwesenden, besonders aber ein herzliches Willkommen dem Corps aus Holzwickede und der Blaskapelle aus Brenken. Die Festansprache hielt unser Pfarrer Ostermann. Als Abschluß des Morgens fand auf dem Kirchplatz ein Platzkonzert statt. Von 13 bis 14 Uhr war Empfang der auswärtigen Vereine, um 15 Uhr Festmarsch. Nach dem Ausmarsch wurden die Gründer des Vereins durch Anheften eines Ordens geehrt. Oberst Josef Schmidt begrüßte alle Anwesenden, besonders aber alle Musikfreunde. Hiernach begann das Konzert der einzelnen Vereine. Festmusik war die Brenkener Blaskapelle. Für Speisen und Getränke sorgte Gastwirt B. Grewe, aus Salzkotten.

Bei der Beschreibung des Vereinslebens in den 60er Jahren darf auf keinen Fall die Tatsache unerwähnt bleiben, daß das Tambourcorps Ahden 1969 als erster Verein im Altkreis Büren Mädchen in seine Reihen aufnahm. Während weibliche Mitglieder in Ahden schon seit fast 20 Jahren ihren festen Platz im Tambourcorps einnehmen und auch inzwischen fast überall selbstverständlich geworden sind, waren sie in der Anfangszeit noch derart ungewöhnlich, daß man sie auf den auswärtigen Musikfesten wie exotische Wesen bestaunte. Berna Fischer, Margret Meier, Bernhild Michels und Annette Wellen, wie die vier ersten Mädchen hießen, haben ihr Spiel ebenso wie die meisten ihrer männlichen Kollegen von Hermann Kemper gelernt, der in jener Zeit zusammen mit Johannes Röhring, später mit Konrad Müller die Flötisten ausbildete. Sein Sohn Uli Kemper und Wilfried Locker, beide bei Röhring in die Schule gegangen, kümmerten sich wie heute Hans-Josef Meier oder Uli Koch, um die Ausbildung der Trommler. Bei ihnen haben Manfred und Reinhold Schmidt, Peter und Willi Schmitz, Johannes Kleinschnittger, Uli und Herbert Kemper, Wilfried Locker, Andreas Müller, Helmut Schweins, Herbert und Franz Henneböhle ebenso ihr Instrument erlernt, wie die später dem Verein beigetretenen Bernd Fischer, Heinz Koch, Hubert und Reinhard Wagener, Hartwig, Uli und Hubert Meier, Willi, Uli und Berthold Ernst, Rainer Josefs, Dieter Meschede, Jürgen und Winnie Finke, Klausdieter Hegers u.v.a.m., die nicht alle aufgeführt werden können.

Während damals mit den Neuanfängern noch größtenteils bei den Ausbildern zu Hause geübt wurde, fanden die Hauptproben Sonntag morgens nach der Messe zunächst weiter in den Küchenräumen der alten Schützenhalle, später in der alten Mädchenschule sowie schließlich in den Räumen des Schulgebäudes auf dem Heinberg statt, von wo sie bei schönem Wetter zum Üben von Zapfenstreich oder Marsch auch einmal nach draußen auf den Schulhof verlegt werden konnten. Heute werden die Übungsabende dienstags abends im Jugendraum der Hellweghalle abgehalten.

Das Jahr 1974, in dem die Ahdener Hellweghalle nach zweijähriger Bauzeit eingeweiht und den Ahdener Vereinen zur Nutzung übergeben werden konnte, war nicht nur für den Schützenverein und die ganze Gemeinde ein bedeutungsvolles Jahr, sondern auch für das Tambourcorps Ahden. In diesem Jahr übernahm von Johannes Hegers, der in dieser Funktion 31 Jahre lang, von 1952 bis 1973, tätig gewesen ist, Konrad Müller das Amt des Tambourmajors. Unter seiner Führung, der das Tambourcorps - auch als dessen erster Vorsitzender - bis auf den heutigen Tag leitet, bewältigte der Verein nicht nur einige Krisen und Phasen von Spielmüdigkeit, bedingt durch die in den 70er Jahren recht zahlreichen Ab- und Zugänge, die einem Generationswechsel gleichkamen, das Corps erlebte auch eine Vielzahl von musikalischen und vereinsinternen Höhepunkten.

Allen Beteiligten in bester Erinnerung sind sicherlich noch die beiden großen Vereinsausflüge, die - jeweils von freitags bis sonntags - aktive und passive Mitglieder mit ihren Partnern in die Weingebiete an Mosel führten. Anders als die privat organisierte Fahrt nach Cochem an der Mosel vom 21. bis 23. September 1979 ging die Reise nach Kasel an der Ruwer, dem Wohnort von Bernhard Müller, Bruder des 1. Vorsitzenden Konrad Müller und erster Tambourmajor des Vereins nach dem Krieg, auf eine Einladung der dortigen Kulturgemeinschaft zurück:

Da das Kasseler Winzerfest von 1975, verbunden mit einem Besuch der Stadt Trier und einer Rundfahrt durch das Ahrtal (festgehalten auf zahlreichen Fotos, Dias und einem immer wieder gern gesehenen Schmalfilm), für alle Teilnehmer zu einem Erlebnis geworden ist, von dem immer noch gern und häufig berichtet wird, hat man bei der Vereinsfahrt vier Jahre später mit Cochem an der Mosel wieder einen Weinort gewählt.

50-jähriges Jubelfest 1978; v.l. Johannes Röhring, Johannes Behler, Johannes Danne, Johannes Henke

Vor diesem wohlverdienten Ausflug 1979 lag jedoch ein ereignis- und zugleich arbeitsreiches Jahr, in dem das am 6. und 7. Mai 1978 gefeierte Musikerfest zum 50-jährigen Jubiläum des Tambourcorps den Höhepunkt bildete:

In Ahden wurde am 6. und 7. Mai anläßlich des 50-jährigen Bestehens des Tambourcorps groß aufgespielt. Viele auswärtige Musikvereine nahmen an dem Umzug teil. (Gemeindechronik)

Chronik des Schützenvereins:

Alle Vereine im Ort sind bemüht, die Gemeinschaft in unserem Ort zu fördern. Sportfest, Kinderfest, Altentag, Martinszug und Nikolausfeier ließen selten Langeweile aufkommen. Den Reigen eröffnete das Tambourcorps Ahden. 50 Jahre, ein schönes Jubiläum, alle machten mit.

Das Fest war am Samstag den 6. Mai um 17 Uhr mit einem Konzert des Tambourcorps in der Hellweghalle und dem an gleicher Stelle um 18 Uhr folgenden Gottesdienst für die Lebenden und Verstorbenen des Vereins eingeleitet worden, dem um 19 Uhr die Ehrung der Gründer und aktiven Mitglieder, der Abmarsch von Tambourcorps, Vereinsvorständen, Ehrengästen, Fahnenabordnungen des Schützenvereins mit Festansprache und Kranzniederlegung am Ehrenmal und ab 20 Uhr der Festball unter der musikalischen Leitung der Musikkapelle 'Harmonie' aus Brenken folgten. Neben den noch lebenden Gründern Johannes Behler, Johannes Danne, Johannes Henke und Johannes Röhring, die der zu diesem Zeitpunkt selbst schon über 30 Jahre lang dem Corps angehörende Konrad Müller für ihre Verdienste und langjährige Verbundenheit zum Verein ehrte, wurden noch einige Aktive für zehn- und fünfzehnjährige Vereinsmitgliedschaft ausgezeichnet (Hartwig Meier 10 Jahre, Adolf Henke und Reinhold Schmidt 15 Jahre). Besonderen Dank sprach der Tambourmajor und 1. Vorsitzende dabei Hermann Kemper aus, der sich in 45-jährigem Einsatz für den Verein allgemeine Anerkennung erworben hat und nach so langer Vereinstätigkeit 1978 auf dem Musikerfest vom Tambourcorps mit einer Auszeichnung verabschiedet wurde. - Sonntag, 7. Mai, begann mit dem Weckruf des Tambourcorps schon um 6 Uhr. Nach dem Empfang der 15 Gastvereine von 13 bis 13.45 Uhr und der Auslosung der Marschfolge traten die Tambourcorps aus Büren, Helmern, Husen, Steinhausen, Oberntudorf, Wewelsburg und Ahden, die Musikvereine aus Brenken, Harth, Husen, Upsprunge und Wewelsburg, der Fanfarenzug 'Prinz Regent' aus Büren, der Mädchenfanfarenzug aus Salzkotten und der Schützenverein Ahden um 14.30 Uhr zum Festzug an, der nach der Begrüßung und dem Zusammenspiel der mehr als 500 Musiker an der Hellweghalle unter Leitung des Wewelsburger Tambourmajors Schlüter um 14.45 Uhr durch das festlich geschmückte Dorf, an zahlreichen erwartungsvollen Zuschauern vorbeiführte. Nachdem ab 16 Uhr die einzelnen Gastvereine in der Hellweghalle unter Beisein einer Vielzahl von Zuhörern zum Konzert aufgespielt hatten, klang der Sonntag schließlich mit einem gemütlichem Beisammensein aus.

Daß ein Musikerfest intensiver Vorbereitungen und Anstrengungen bedarf und für Vorstand, Festausschuß und alle aktiven Mitglieder einen großen Arbeits- und Zeitaufwand bedeutet, ist wohl verständlich. Zusätzlich zu den normal anfallenden organisatorischen Dingen, die im Vorfeld eines Musikerfestes zu bewältigen sind, war das Tambourcorps Ahden 1978 noch mit einer sehr kostenaufwendigen Grunderneuerung bzw. Ergänzung seiner Instrumente und Uniformen sowie der Ausbildung einer Reihe von Jugendlichen beschäftigt. Nachdem Ende der 70er Jahre, trotz der relativ vielen Abgänge und vorübergehender Krisen, die Zahl der Aktiven im Tambourcorps Ahden von etwa 15-18 im Jahr 1968 auf 30 angestiegen war (davon allein 13 Jugendliche), wurden aus Anlaß des 50. Geburtstags für die Generalüberholung der vorhandenen bzw. Neuanschaffung von Flöten, Trommeln, Pauke, Lyra und Uniformjacken mehr als 1600 DM ausgegeben, zu denen jedoch die Stadt Büren und der Schützenverein Ahden jeweils finanzielle Beiträge geleistet haben.

Spielplatzeinweihung 1977

Schaut man sich neben diesen Aktivitäten auch noch die Liste der Veranstaltungen an, an denen das Tambourcorps Ahden allein 1977 innerhalb und außerhalb von Ahden teilgenommen hat, so spielte das Tambourcorps 1977 auf dem erstmals durchgeführten Winterball des Schützenvereins, auf den Musikerfesten in Salzkotten und Haaren, auf dem von Sportverein und Tambourcorps gemeinsam ausgerichteten Kinderfest, bei der Eröffnung des Kinderspielplatzes im Winkelfeld, beim außerordentlichen Vogelschießen, Schützenfest und zur Schützenrechnung des Schützenvereins, beim Sportfest des BSV, beim Kreisschützenfest in Büren, beim Pfarrfamilienfest der Pfarrgemeinde St. Antonius, daneben noch bei Geburtstagen, Vereinsjubilaren oder bei Polterabenden und Hochzeiten von Mitgliedern, so war die oben beschriebene Moselfahrt vom September 1979 nach Cochem ein redlich verdienter Ausgleich.

Das Jahr 1978, das laut Schützenvereinschronik eigentlich "ein Jahr ohne besondere Vorkommnisse und der Zufriedenheit" war - erwähnenswert wäre höchstens der Bau der Blockhütte auf dem Kirchplatz -, ist jedoch für die Schulkinder in Ahden deshalb bedeutungsvoll, weil auf der damaligen Generalversammlung des Schützenvereins ein alter Brauch in Ahden bestätigt und festgeschrieben wurde, der alle in Ahden zur Schule gehenden Kinder erfreut, sobald sie - je nach Schuljahr - an dem Ahdener Schützenfestmontag Unterricht haben. War es schon früher üblich, die Kinder in den Jahren, in denen das jährliche Heimatfest in die Schulzeit fiel, Montag morgens durch den vom Tambourcorps angeführten Schützenzug vom Unterricht zu befreien und von der Schule abzuholen, so ist es umso erfreulicher, daß diese Sitte auch nach der kommunalen Neugliederung und der damit verbundenen Veränderung in der Schullandschaft beibehalten bleibt. Im Protokoll der Generalversammlung des Schützenvereins von 1978 steht ausdrücklich zu lesen:

Weiter soll beibehalten werden, daß die Schulkinder bei etwaigem Unterricht von der Schule abgeholt werden und vom König kleine Geschenke erhalten. Sollte dieser nicht in der Lage sein, diese zu bezahlen, so übernimmt dieses der Verein.

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