1830

„1830a) am 29. August feierte in Ahden der Johannes
Kirchhoffb) (ein Kind des Orts) als katholischer
Priester die erste Handlung, nämlich das heilige
Meßopfer (Ein seltner wohl noch nie in
Ahden vorgekommener Fall.).
In Ansehung der Witterung hielt die im vorigen
Herbste früh eingetretene Kälte mit vielen
Schnee vermischt bis zum 7. Februar an, wo es ge-
linder wurde und andern Tages Thauwetter
erfolgte, wodurch am 10. und 11. Februar eine Üeber-
schwemung entstand, welche 10 Fuß Höhe erreichte.
Eine gleiche Üeberschwemmung ereignete sich
vom 15. bis 22. August durch anhaltenden Regen,
welche eine Höhe von 9 bis 10 Fuß über die ge-
wöhnliche Wasserhöhe erreichte.
Die Erndte war gewöhnlich, die Fruchtpreise hingegen
sehr angenehm, denn der Weitzen kostete 2 Reichstaler 10 Silbergroschen,
Roggen 1 Reichstaler 20 bis 25 Silbergroschen, Gerste 1 Reichstaler 15 Silbergroschen, Hafer 15 Silbergroschen,
Raufutter 1 Reichstaler 7 ½ Silbergroschen in Salzkotter Maaß.
Im Sommer grassierte hier das Charlach-Fieber, woran
viele Kinder starben.“

a) Unterstrichen.

b) Johannes Kirchhoff wurde um 1800 als Sohn des Richters Hermann Werner Kirchhoff und der Gertrud Kirchhoff, geborene Wellen, in Ahden geboren. Am 8. November 1826 schrieb er sich an der Universität Paderborn als Student der Theologie ein.