1874

„1874.a)
In diesem Jahre wurde der Herr Lehrer Georg
Richters, welcher seit dem Tode seines Vaters
die hiesige Schulstelle verwaltet hatte, nach
Erwizenb) versetzt und erhielt die Gemeinde einen
neuen Lehrer in der Person des Schulanstellungs-Kandi-
daten Johannes Kriewetti, welcher aus Germete
im Kreise Warburg gebürtig ist. Am 20. November
des Jahres starb der bisherige Pastor Heinrich Steins im
Alter von 65 Jahren, nachdem derselbe 23 Jahre
die Pfarrstelle zu Brenken verwaltet hatte.
Am 26. Dezember, zweiten Weihnachtstage, des Jahres erfror
der Ackerwirth Heinrich Schüth genannt Burs-
meierc). Er war etwa 63 Jahr alt. Derselbe war am
genanntem Tage morgens früh mit einem Pferde nach
Erwitte gemacht und hatte sich auf den Rückwege
bei seiner Tochter in Geseke aufgehalten und
dann gegen 5 Uhr mit seinem Pferde den Heimweg
angetreten. Das Pferd kam aber ohne den Reiter nach
Haus, wodurch bei den Angehörigen Besorgniß eregt wurde.
Nachdem die ganze Nacht hindurch gesucht worden,
fand man am ander Morgen gegen 5 Uhr den Heinrich
Schüth als Leiche auf dem Acker des Eduard Welled), genannt Ahrense),
im sogenannten Kiliansfelde etwa 80 Schritt unter dem Wewelsburger
Hellewege und ebenso weit vom unter Kilianswege
zum Andenken hatt die Wittwe Schüth in der Wiese ein
Kreuz errichten lassen.
Die Fruchtpreise waren folgende:
Weizen 10 Mark, 7 Denar
Roggen 8 Mark, 50 Denar
Gerste 8 Mark, 80 Denar
[…]
[…]
f)Ahden, den 29. September 1878.
Der Vorsteherg)
Die Verordnetenh)
[…]”f)

a) Unterstrichen.

b) Erwitzen bei Nieheim.

c) Heinrich Schüth, genannt Bursmeyer, wurde am 1. März 1810 in Brenken als Sohn des Ackerers Anton Schüth aus Steinhausen und der Catharina Schüth, geborene Harke, aus Ahden, geboren. Er erbte den Hof Bursmeyer (heute: Buss) in Ahden von seiner Ehefrau Maria Wasmuth, die um 1822 als Tochter des Ehepaares Wilhelm Wasmuth und Elisabeth Roland geboren wurde.

d) Nach heutiger Schreibweise „Wellen“.

e) Heute „Arns“ gesprochen.

f)f) Links neben den Kornpreisen ergänzt.

g) Es folgt die Unterschrift des Ortsvorstehers „Clausmeyer“.

h) Es folgen die Unterschriften der Gemeindeverordneten „Wellen“, „Stelte“, „Wellen“ und „Kreis“.