Chronik 1980

Eine Umfrage hat ergeben, daß 1980 nicht die materiellen Werte im Vordergrund standen, sondern die Ideellen. Bei den Meisten der Befragten stand der Wunsch nach dem Frieden im Vordergrund. Dass dieser Wunsch berechtigt war, zeigen nachfolgende Aufzeichnungen.


Außenpolitisch hält die Welt die Afghanistan-Besetzung weiter im Atem, doch diese Besetzung scheint zum 2. Vietnam zu werden. Es kriselt jedoch weiter im Nahen Osten, daß beweist der blutige Golfkrieg zwischen dem Iran und dem Irak. Der Iran hält weiter an seiner Geiselnahme fest, muß jedoch eine Militäraktion durch die USA und eine Vereinigung durch die westlichen Staaten über sich ergehen lassen. Polen macht auf sich aufmerksam, freie Gewerkschaften fordert nicht nur ihr Anführer Lech Walesa – sogar die Sowjets müssen erkennen, daß ihnen Grenzen gesteckt sind. Olympiade in Rußland- ohne uns und 96 weitere Länder – warum, es kann nicht angehen, in einem Land friedliche Spiele durchzuführen, daß gegen die Menschenrechte verstößt und Krieg führt. Prasidentenwahl in Amerika; Ronald Reagan gewinnt die Wahl sehr hoch, es werden neue Hoffnungen geweckt. Wie es weitergeht, werden wir noch erfahren. Erdbeben in Italien, 2000 Menschen wurden getötet, hunderttausende werden obdachlos. Spontane Hilfsaktionen aus der Bundesrepublik helfen die erste Not zu lindern. Terroraktionen und Gewalt gehören zur alltäglichen Szene und werden auch nicht weiter erläutert.


Innenpolitisch geht es nicht weniger turbulent zu. Es fängt bei den Bundestagswahlen an, wobei die FDP die Koalition für Kanzler Helmut Schmidt rettet. Vorrausgegangen sind Verbindungskampangen gegen namhafte Politiker, die auch auf Kreisebene ihre Fortsetzung finden. Einigkeit macht stark, so wird es sogar in der Nationalhymne gesungen und darauf sollte man sich besinnen, denn Probleme gibt es genug in Deutschland. Es fängt mit dem höheren Zwangsumtausch in die DDR und die wiederholte Anerkennung derselben an und endet in Terroraktionen von Links- und rechtsextremistischen Gruppen. Zerstörungen von Häusern und Geschäften und Störungen bei der Vereidigung junger Rekruten sind das Ziel. Aber damit noch nicht genug. Unsere Wirtschaft steckt in einer Krise. Der Schuldenberg wächst weiter, die Konjunktur erreicht den Nullpunkt, die Ölpreise erzwingen neue Wege, Autos aus Japan waren der Renner des Jahres. Seit 198 Jahren ist wieder ein Papst in Deutschland. Papst Johannes Paul II. macht es möglich und hinterläßt einen starken Eindruck.


Sportlich hatte dieses Jahr trotz der Boykottierung der Olympiade einige Höhepunkte. Die Fußball-Nationalmannschaft gewinnt den Europapokal in Italien gegen eine starke Belgische Mannschaft. Deutscher Meister im Endspurt: Bayern München. Rekorde gibt es viele, doch der vom König der Leichtathleten muß erwähnt werden, Guido Kretschmer, Zehnkämpfer, 8649 Punkte, Weltrekord. Was macht unser Sportverein? Indiskutabel, letzter Platz. Vor dem Sieg haben bekanntlich die Götter den Schweiß gesetzt. Uns bleibt wenigstens die Hoffnung, denn schlechter geht es nicht. Im kommunalen Bereich gibt es auch viele Erdbeben, denn wirtschaftlich unser Kreis zu den Sorgenkindern, trotzdem: Glanzvolle Libori Woche und zehntausend Zuschauer zum Europazug. Die Stadt Büren nimmt Abschied von Stadtdirektor Theo Weicher, Wolfgang Runge heißt der neue Mann, in den alle Hoffnungen gesetzt werden. In unserem Ort ist eine rege Bautätigkeit zu beobachten, denn nicht nur im Winkelfeld wird gebaut. Der Sieksberg erhält die nötige Kanalisation, der Hainberg eine ordentliche Straßenführung, die noch im Bau ist. Unser Kassengebäude ist verkauft, ein Neubau (aber alter Haus) in der Planung.


Vereinswesen: Die Generalversammlung eröffnete unsere Vereinstätigkeit. Zwei weitere Versammlungen mit drei Vorstandssitzungen waren notwendig, um das Jahr 80 erfolgreich abschließen zu können. Fünf neue Mitglieder konnten in den Verein aufgenommen werden, fünf Mitglieder hatten wir zu betrauern. Es waren dieses: Meinolf Feld – Heinrich Füser – Johannes Füser – Johannes Grewe und Anton Lottmann.


Das erste öffentliche Fest war der Winterball, ein gelungenes Fest, doch fehlen immer noch etliche Menschen, um diesen Winterball erfolgreich gestalten zu können. Weder Wind noch Regen konnte unserem Schützenfest Abbruch tun. Die Schänke, vergeben an Ludwig, Wewer brachte uns 12.550 DM. Das diese wieder hereinkamen, bewiesen alle, die zum Gelingen des Schützenfestes beigetragen haben. Heinz Rolf Kemper und Lilo, unser Königspaar, regierte majestätisch das Schützenvolk. Die Adjudanten Raimund Hüser und Manfred Lüke, so wie der Hofstaat mit Peter Maassen und Ehefrau, Gerfried Marx und Ehefrau, Sturmius Kütung und Bernd Fischer, Johannes Lang und Ehefrau, Manfred Schmidt und Ehefrau, Günter Weinold und Ehefrau, H.Zellerhoff und Ehefrau, Helmut Runte und Ehefrau, Bruno Lang und Ehefrau und Erhard Zimmermann sorgten für die richtige Stimmung; den Rest besorgte einmal mehr die Brenkener Musikkapelle. Die Zeit verging so schnell, der Montagmorgen mit Schützenfrühstück und Freibier ließ manchen Kater vergessen. Es regnete in Strömen, daß muß auch unseren Schützenvogel erschreckt haben, den er hatte keine Lust, den Schüssen zu trotzen. Noch erschrockener war Friedhelm Fischer, dem ihm fiel alles auf den Kopf. Schützenkönig und Kronprinz zugleich, daß gibt es selten und das alles um 11:15 Uhr. In die Prinzengarde reihte sich ein, Ferdinand Ebers als Zepterprinz und Reinhold Schmidt als Apfelprinz. Da noch reichlich Zeit vorhanden war, wurden gleich 2 Holschen aufgesetzt. Wigbert Kaiser und Berthold Meier setzten dem bald ein Ende, galt es doch, am Abend mit allen Freunden Holschentanz und Stimmung zu organisieren.


Friedhelm Fischer, unser neuer König, nahm Ehefrau Waltraud zur Königin, der Hofstaat war kein Problem, doch halt, was steht denn in der Satzung? Drücken wir ein Auge zu, denn eine große Familie und ein großer Freundeskreis bewiesen nicht nur den Zusammenhalt, sie verkörpern auch den Sinn unseres Vereins, denn in der Satzung steht auch geschrieben, die Eintracht unter den Einwohnern Ahdens zu fördern. Es wurde abends zusammengerückt, der Hofstaat gab den Ton an und einmal mehr das Schützenfest einen würdigen Ausklang. Es bleibt noch zu erwähnen, das Ehrengäste und Kinder nebst Ehrenmitgliedern voll auf ihre Kosten kamen. Die Schützenrechnung zeigte eine positive Bilanz, 10 Biermarken waren der Beweis.


Das Kreisschützenfest in Mantinghausen zeigte sich von der schönen Seite. Schönes Wetter, Heinz Rolf Kemper zeigte, daß er schießen kann, doch das ausstehende Glück fehlte, den Anreppen ist nächstes Jahr Ausrichter des 24. Schützenfestes im Kreis Büren. Ein letztes Mal in diesem Jahr wurde zum Kreisköniginball in Niederntudorf geblasen. Alle kamen, die Halle war überfüllt, doch es hat allen großen Spaß gemacht. Unsere Verpflichtungen beim Martinszug (Kauf der Stutenkerle), ferner beim Alten Tag (300,-DM) und beim Weihnachtsfest (Brenkener Kapelle) haben wir auch in diesem Jahr wahrgenommen. Doch damit nicht genug, erwähnt werden soll doch einmal an dieser Stelle, daß unser Verein die Größe einer kleinen Firma erreicht hat und Arbeiten erfordert, die nicht als Selbstverständlich hingenommen werden sollten. Der erste Beweis liegt am Interesse des Finanzamtes. Gefordert wird heute eine jährliche Steuererklärung. Das Schützenfest erfordert Marschgenehmigung, Schießgenehmigung und Abnahme des Schießstandes. Die Gema und der Wachschutz wollen ihr Geld. Einladungen, Zeitungsinserate, Aushänge dürfen nicht vergessen werden. Verhandlungen mit dem Wirt sind erforderlich, den jeder will ein volles Glas Bier, mit Recht und ein übergroßes Kotelett, das, wenn möglich zum Nulltarif. Werden für uns Konditionen ausgehandelt, wird gemeckert. Die Halle wird gesäubert und geschmückt. Der Vorplatz wird vor und nach dem Fest in Ordnung gebracht. Die Toiletten müssen den gesetzlichen Ansprüchen genüge leisten, das Gesundheitsamt kontrolliert auch bei uns. Kreisschützenfest – Kreisschützenball – Kreisschützenversammlungen müssen organisiert und besucht werden. Orden werden verliehen und an Geburtstage muß gedacht werden.


Neuaufnahmen sind zu verzeichnen, die Verstorbenen werden mit einem letzten Gruß zu Grabe getragen. Es gibt sehr viele Kleinigkeiten, die erledigt werden müssen, doch auch die erfordern Zeit und Arbeit. Warum dieses alles geschrieben wurde?


Kritik soll sein, Verbesserungsvorschläge werden gerne angenommen, sind wir doch ein Verein mit ideellen Grundsätzen, doch für Nörgler ist kein Platz. Zudem hat jeder die Möglichkeit, alle drei Jahre den Mann seines Vertrauens zu wählen, oder selbst gewählt zu werden, die Entscheidungen dieses Mannes oder Gremiums sollte er aber akzeptieren, auch wenn diese nicht immer seiner Meinung entsprechen. Keine Entscheidung und leichtfertig oder ohne Abstimmung gefällt.


Aufgestellt: Manfred Schmidt am 31.Dezember 1980


Oberst: Schmidt, Josef


Hauptmann: Ebers