Chronik 1981

Ein Jahr ist wieder vergangen; für die Einen sehr schnell; für die anderen weniger. Jeder von uns hat auch dieses Jahr das Seine abgerungen – Enttäuschungen erlebt – Erfolge gefeiert – Trauer und Freude wechselten sich ab.
Wir haben Anteil genommen an der menschlichen Lage in Polen, Afghanistan ist schon vergessen. Noch mehr beschäftigte uns die wirtschaftliche Lage. Etliche Konkurse stimmen uns mehr als nachdenklich; dann die wirtschaftliche Lage- lässt alle Wünsche offen. Jeder von uns bekam sie zu spüren, auch wenn es „nur“ die Öl- und Benzinpreise waren, die uns zu manchen finanziellen Drahtseilakt zwangen.

Unser hiesige Raum, wirtschaftlich nicht gerade auf Rosen gebettet, steht mit an der untersten Reihe. Sparmaßnahmen heißt das Schlagwort Anfang der 80er Jahre; soziale Eingriffe sind nicht zu vermeiden.

Am Ortsgeschehen wird diese Lage sehr deutlich, es wird weniger gebaut. Trotzdem wird die Straße zur Schule erneuert, Ahden bekommt eine neue Kasse, mitten im Dorf und der Tradition entsprechend mit schönem Fachwerk versehen. Wie schwierig es ist, finanziell unterstützt zu werden, mußte auch der Sportverein erfahren. Eine mehr als gute Sportanlage, sehr reger Sportbetrieb, nur-alle Augen schauen auf die 1. Mannschaft-. Aufstieg 1979-Abstieg 1980- ober Tabellenplatz Ende 81 – Ahden gehört in die obere Kreisklasse- die Zukunft läßt uns hoffen.
Was machte unser Verein, der Schützenverein? Auch hier mußte hart kalkuliert werden, die Zuwächse wie in den Vorjahren gehören der Vergangenheit an. Die Sektbar und die Musikbühnen waren morsch. Es wurde alles herausgerissen; die Sektbar wurde mit Bodenflüsse versehen, die Wände neu gestrichen. Die Musikbühne bekam eine neue Fußbodenverbretterung, die Hallenwände wurden neu gestrichen nebst Heizkörper. Unsere Ornamentverglasung diente Jugendlichen als Zielscheibe. Auch hier wurde Abhilfe geschaffen durch Anbringung von bruchsicherem Plexiglas als Vorsetzschutz. Eine Menge Arbeit – ein teurer Unterfangen. Ca. 6.500,- DM zeigte die Endabrechnung, die die Stadt verhandlungsgemäß mit 50% mitfinanzierte. Auch für die Zukunft wird es stets unser Ziel bleiben, die Hellweghalle wohnlich zu gestalten. Unsere Fahne bedurfte einer Restaurierung. Eine Seite wurde ganz neu belegt. Weit über Eintausend DM waren aufzubieten; Dank einer großzügigen Spende von Baron Freiherr von und zu Brenken war dieses Unterfangen leichter möglich. Dergleichen nicht genug: Unser Vereinsleben ist uns oberstes Gesetz. Hier spricht keiner vom Sparen – den alle feste und Versammlungen waren mit reichlich Speisen und Getränken versehen und vom Verein bezahlt.

Es nahm seinen Anfang bei der Generalversammlung. Eine Neuwahl stand auf der Tagesordnung. August Fischer und Kurt Pätzold dankten aus gesundheitlichen Gründen. Sie erhielten vom Oberst unter dem Beifall der Anwesenden den bronzenen Orden für 15-jährige Vorstandsarbeit. Mancher Favorit wurde vorgeschlagen, 3 Neue Schützen wurden in den Vorstand gewählt. Sie müssen das Vertrauen rechtfertigen, das in sie gesetzt wurde. Die Tagespresse war anwesend, eine Ehrung sondergleichen stand an. Unser Oberst Josef Schmidt wurde ausgezeichnet durch 30- jährige Vorstandsarbeit mit dem goldenen Vereinsorden. Das ist bisher einmalig in unserer 145-jährigen Vereinsgeschichte. Es folgten im gesamten Jahr 5 Vorstandsitzungen und zwei weitere Versammlungen.
Vier neue Vereinsmitglieder wurden in den Verein aufgenommen. Zu betrauern hatten wir Josef Kleine + Franz Henneböhle + Gustav Fischer + Anton Schmitz + und unseren langjährigen Seelsorger Pfarrer Ferd. Sprenger. Nach der Generalversammlung folgte der Winterball. Relativ guter Besuch, doch kostendeckend kann auch hier noch nicht gearbeitet werden. Es gibt noch einiges zu tun.

Dagegen ganz anders unser Hauptfest, daß Schützenfest. Gutes Wetter – eine Bombenstimmung. Die Schänke, die 12.000,- DM einbrachte, war mit Sicherheit seinen Preis wert. Friedhelm Fischer war unser König mit Ehefrau Waltraud als Regentin. Adjudanten seine Brüder Rainer und Günther, umrahmt von Ehefrauen. Dazu gehörten ferner Peter Fischer mit Claudia Meier – Herbert Köchling und Ehefrau – Sturmius Küting und Berna Fischer – Manfred Lüke und Ehefrau – Gerhard Pätzold mit Ehefrau – Wilfried Locker mit Ehefrau – Fr.- Josef Ebers mit Ehefrau –Getrud Marx mit Ehefrau – Dieter Zellerhof und Ehefrau – Dieter Pätzold mit Ehefrau – Friedhelm Rustemeier mit Ehefrau – Johannes Lang mit Ehefrau, Peter Thoms mit Ehefrau, Hartwig Meier mit Ehefrau.
Für die nötige Stimmung sorgte einmal mehr die Musikkapelle „Harmonie Brenken“. Ehrungen gehören zu jedem Fest. Wir hießen hochleben unser Jubelkönigspaar Josef Runte mit Ehefrau; 60 Jahre Mitgliedschaft Ferdinand Büker und Johannes Behler; 50 Jahre Mitgliedschaft Paul Vogt; Treueorden Ernst Lemm; 20 Jahre Vorstandsarbeit Josef Finke und Johannes Behler- Silberordnen.

2 Tage hervorragende Stimmung – wie schnell gehen diese vorbei. Der Montagmorgen nahte, Nachdurst konnte man vielen ansehen – Sekt und Frühstück puschten alle noch mal auf. Unser Vogel jedoch machte sein eigenes Spiel. Der Schreiber dieser Chronik erzielte die Krone, – ohne ihr auch nur eine Schramme zu versetzten- mit einem Meisterschuß (man nehme es so an), der Vogel machte einen Hüpfer und fiel dem nächstschießenden in seiner ganzen Pracht vor die Füße. Wer war es denn? Man mußte schon genauer hinsehen, denn er war sehr bleich im Gesicht. – Willibald Füser – Apfelprinz, Zepterprinz und auch noch neuer König, das war selbst dem Willibald zu viel des Guten auf einmal. Doch – was half es- er bewies einmal mehr, wie ein Fest aufgezogen wird. Die Stimmung schloß sich nahtlos an die beiden Vortage an und ein würdiger Ausklang läßt dieses Fest so schnell niemanden vergessen. Es fehlt allerdings noch unser Holschenkönig. Klaus Ellermann war sehr treffsicher, auch in der Auswahl seines Hofstaates. Die Altherrenmannschaft reihte sich ein und trug mächtig zur Stimmung bei.
Ehrenmitglieder – Ehrengäste und auch die Kinder kamen voll auf ihre kosten. Sie gehören einfach dazu. Es folgte bald die Schützenrechnung; 10 Biermarken kamen zum Verzehr. Flugs darauf das Kreisschützenfest in Bentfeld. Ein prachtvolles Ereignis, nur gehört eine große Portion Glück zum Erringen dieser Königswürde. Friedhelm Fischer wurde jedoch nicht nur hier gefordert, auch zum Kreiskönigsball nach Essentho mußte er mit Gefolge. Ein großes Ereignis und ein würdiger Abschied für den König 1981. Unsere Verplichtungen zum Altentag mit einer Unterstützung von 500,- DM und der Martinszug mit kleinen Geschenken für die Kinder ließen uns erkennen, daß das Jahr 81 sich dem Ende zuneigte.

Wir haben alle zum Gelingen dieser Feste beigetragen – viel Freude erlebt – hoffen wir, daß uns das kommende Jahr Gesundheit schenkt und uns die Freude an den Festen nicht trübt.
Aufgestellt: Manfred Schmidt; Schriftführer
Büren-Ahden, den 31. Dezember 1981