Chronik 1996

Es war einmal ein Jahr…. Was aber wird bleiben was wird nachhalten von 1996 und prägenden Einfluß nehmen auf unser aller privatem, politischen und sonstigem öffentlichen Leben? Das ist durchaus ungewiß!

Bill Clynton in Amerika und Boris Jelzin in Rußland wurden als Staatsoberhäupter wiedergewählt, während gegen die Serbenführer Haftbefehle wegen Völkermord in Kraft gesetzt werden. Gegen den Wahlbetrug in Serbien protestieren hunderttausende von Menschen, und der Friedensprozeß in Israel kommt durch Bombenanschläge erheblich ins Stocken. Das Flüchtlingsdrama im Osten Zaires fordert tausende von Menschenleben, positiv allerdings die Waffenruhe in Tschetschenien. Prinz Charles und Diana trennen sich endgültig, während Europa vor der BSE- Seuche aus England zittert und die Grenzend für Rindfleisch schließt. Der Kinderschänderskandal in Belgien, die Verdächtigungen reichen bis in die höchsten Regierungskreise, erschüttert dieses kleine Nachbarland.

Kindesmißbrauch und Mord, Entführungen der Unternehmer Reemtsmar, Fiszmann wird getötet, sind fast täglich in den Schlagzeilen. Immobilienhändler Schneider sitzt in Haft, während Peter Grafs Haftbefehl, nach Zahlung einer Kaution von 5 Millionen, außer Vollzug gesetzt wird. Einen neuen Rekord stellt Helmut Kohl am 30.Oktober auf, denn er ist seit 5144 Tagen als Bundeskanzler im Amt, während das Sparpaket und die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, die politische Diskussion in Deutschland bestimmen. Zum Leidwesen der Beschäftigen im Handel fällt das Ladenschlußgesetz, wobei der Bremer Vulkan-Verbund in die Pleite schlittert.

Pleiten- Sprich Flugzeugabstürze, so viele wie nie in den Jahren zuvor, erschüttern die Menschen, insbesondere der Absturz der Birgenair- Maschine in der Karibik, trifft viele Deutsche. Die Brandkatastrophe auf dem Flughafen Düsseldorf fordert 16 Tote – in einer Disko auf den Philippinen kommen über 150, meist junge Menschen, ums Leben. Ein Fährunglück in Tansania fordert mehr als 500 Menschenleben und in Bangladesch flüchten über 6 Millionen vor dem Hochwasser, welches tausende von Toten fordert. Verstorbene auch bei den uns bekannten Prominenten. Der ehemalige Staatspräsident von Frankreich – Franncoirs Mitterand, die Schauspieler – Josef Meinrad – Peter Paseti – Martin Jente – Maxl Graf – Marcello Mastroiani, der Sänger Gerhard Wendland und die weltbekannte Bluessängerin Ella Fritzgerald.

Die Olympiade in Atlanta erbringt für Deutschland 20 Gold – 18Silber und 27 Bronze – Medaillen. Deutschland wird verdienter Fußballeuropameister, während Borussia Dortmund deutscher Fußballmeister und 1. Ligaabsteiger Kaiserslautern Pokalsieger wird. Arminia Bielefeld steigt in die 1.Liga auf, Steffi Graf gewinnt Wimbledon- Mike Tyson wird als Weltmeister aller Klassen entthront. Ihren sportlichen Abschied nehmen Gabriela Sabatini, Stefan Edberg, Rudi Völler und als geschlagener Weltmeister im Abschiedskampf Henry Maske. Die Sportbühne für immer verließen – Helmut Schön – Willi Daume – Stan Libuda- Hans Frömming und die Rennfahrerlegende – Huschke von Hanstein.
Durch den Brand in Düsseldorf erlebt der Airport Ahden einen Riesenstreß, denn fast 8000 Passagiere müssen pro Tag abgefertigt werden. Die Inbetriebnahme der neuen Flughalle und durch die Möglichkeit von Ahden aus, echte Fernreisen anzutreten, läßt das jährliche Passagieraufkommen über 500.000 steigen. Zum Jahresende wird das Nachtflugverbot für Ahden aufgehoben. Höhepunkt in unserer Region ist sicherlich die Landung des Papstes in Ahden und sein Besuch in Paderborn. Allein über 80.000 Gläubige erleben eine Papstmesse in der Senne. Der Verkehr durch Ahden ist zunächst probeweise, durch Fahrbahnverengungen, langsamer geworden.

Langsamer sicherlich nicht die Aktivitäten der Ahdener Vereine. Die Feuerwehr führte die Agatha-Feier, Das Osterfeuer, den Schnatgang sowie den Martinsumzug durch. Der BSV die Weiberfastnachtsfeier, das Seniorensportfest, erstmalig ein Jugendsportfest, die Dorfmeisterschaft, dessen verdienter Sieger der Angelverein wurde. Die AH organisierten ein Sportfest und der Tennisverein ermittelte seine Vereinsmeister. Höhepunkt im Vereinsleben war das Erntedankfest mit einem Erntedankumzug, der wiederrum allen Ahdener Vereine aktiv vertreten sah.

Und nun zu unserem Schützenverein in dem wir 4 neue Mitglieder begrüßen dürfen, uns aber von unseren Mitgliedern – Franz Michels – Franz Josef Köhler und Johannes Finke für immer verabschieden mußten. Das Schützenjahr begann mit der Generalversammlung mit turbulenten Neuwahlen des gesamten Vorstandes. Bei den Wahlen wurden 4 neue Vorstandsmitglieder ins Leitungsteam gewählt, den ausgeschiedenen Vorstandsmitgliedern sei an dieser Stelle, für langjährige Vorstandstätigkeit, Dank gesagt. Im März folgte das Preisschießen, welches Christian Baron als Sieger des Wanderpokals sah. Zusammen mit der Landjugend wurde erstmals in Ahden eine Disco-Fete durchgeführt, die, wenn man die geleistete Arbeit betrachtet, einen mäßigen finanziellen Erfolg brachte. Der Maiball fand erstmals mit unserem neuen Festwirt statt, was allerdings die Beteiligung der Schützen und der Ahdener nicht verbesserte. Das Rekrutenüben, wurde wegen Dauerregen, in die Schützenhalle verlegt. Auch in diesem Jahr werden einige Arbeitseinsätze durch die Vorstandsmitglieder durchgeführt, dieses waren: Begradigung und Begrünung der Freifläche, Pflanzung von 29 Bäumen auf dieser Fläche, Neupflasterung der Schießstandes und Fertigstellung der neuen Stellwände für die Halle.

Aufgrund dieser Vorarbeiten konnte unser Schützenfest beginnen. Doch der Wettergott ließ aufgrund des vorhergehenden schlechten Wetters die Aufstellung des Kirmes Betriebes hinter der Halle nicht zu, sodaß auf den Platz vor dem Jugendraum ausgewichen werden mußte. Das tat der guten Stimmung allerdings keinen Abbruch, denn gut organisiert durch das Königspaar Manfred Meier und Roswitha Thiel, dem Hofstaat und dem Schützenvorstand erlebte das Fest, den ersten Höhepunkt. Dem Samstag folgte ein stimmungsvoller Sonntag, sodaß wir 2 herrliche Festtage erleben konnten. Am Montag nach dem Frühstück, mußte ein neuer König ermittelt werden. Nach den Ehrenschüssen ging es schnell zu Sache, die Insignien schossen: Krone- Klaus Ellermann, Zepter – Andreas Hüser, Apfel- Rüdiger Schmidt, Flügel-Jürgen Thiel, Flügel-Manfred Lüke. Nach zähem Ringen und nach Abschuß des Kranzes holte Horst Redenius den Rest von der Stange und wurde somit unser neuer König. Zu seiner Königin erwählte er seine Ehefrau Martina. Während das Freibier des Königs genossen wurde, begann das Holschenschießen. Nach dem 81.Schuß hatte Manfred Lüke das Glück des Tüchtigen und wurde neuer Holschenkönig. Beide Königspaare brachten die Halle am Abend zum Kochen, sodaß das Schützenfest bis zum frühen Morgen dauerte.

Kaum war das Schützenfest aus den Knochen liefen die Vorbereitungen auf unsere Schützenrechnung mit dem Kaiserschießen aller Holschenkönige. Zum Kaiserschießen wurden die Könige, leider waren von 34 Eingeladenen nur 21 erschienen, von Lottmann Köhler abgeholt. Auf direktem Weg eilten wir zur Vogelstange. Unter den Klängen der uns Jahre verbundenen Thüler Musik, begann das spannende Schießen. Die kleinen Fässer schossen – Reinhold Schmidt – Thomas Finke – Jochen Pätzold und Martin Finke. Glück im spannenden und äußerst langen Endkampf hatte Raimund Meschede, der den Rest des großen Fasses nach 206 Schuß von der Stange holte. Raimund wurde somit, nach Willibald Füser, 2. Holschenkaiser in Ahden, zu seiner Kaiserin erwählte er seine Ehefrau Angelika. Zu den Klängen der Thüler Musik und bei Bombenstimmung endete das Fest, wie gewohnt am frühen Morgen.

Doch das Schützenjahr ist noch nicht zu Ende. Zum Kreisschützenfest führ das alte Königspaar, Hofstaat, Vorstand und Tambourcorps nach Salzkotten. Trotz aller Mühe gelang es Manfred Meier nicht Kreiskönig zu werden, allerdings schoß er den Apfel ab. Der neue Kreiskönig kommt in diesem Jahr aus Henglan. Den Abschluß des Schützenjahres bildete der Königinnenball in Brenken.

Ein Jahr geht zu Ende, ein Jahr voller Arbeit und Mühen aber auch ein Jahr mit schönen Festen und Veranstaltungen. Hoffen wir, daß wir noch viele Jahre so zusammen verbringen können.
Euer Chronist:
K.H. Meyer